Wir holzen den Regenwald ab!

Gefeiertes Handelsabkommen fördert direkt die Regenwaldabholzung in Südamerika.

Die Europäische Union und die südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay sowie Paraguay (die sog. Mercosur-Staaten) haben im Juni dieses Jahres ein umfassendes Handelsabkommen geschlossen.

Ziel des Handelsabkommens ist der verbesserte Zugang der Exporteure aus den Mercosur-Staaten zum EU-Markt. Dazu sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden um den Handel weiter auszubauen und Kosten zu sparen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nannte die Einigung einen historischen Moment.

Europa liefert Maschinen, Autos und chemische Produkte, und dies kommt gerade der Exportnation Deutschland zu gute. Um dies bezahlen zu können, exportieren vor allem Brasilien und Argentinien Agrarprodukte wie Rindfleisch, Mais und Soja.

Ökonomen sind seit Jahrzehnten von solch einer Handelserleichterung begeistert, da laut dem Lehrbuch nur Profiteure vom Freihandel zu erwarten sind. Die negativen Folgen sind aber weitreichend und verheerend.

Zunächst geraten die europäischen Bauern unter Druck. Da Deutschland bei Rindfleisch einen Selbstversorgungsgrad von 98% hat, ist eine weitere Abholzung der Regenwälder um für Europa Rindfleisch zu produzieren geradezu irrsinnig. Wir lassen Regenwald abholzen um mehr Autos exportieren zu können.

Der jetzige Präsident Jair Bolsonaro hat bereits im Wahlkampf angekündigt, dass er „keinen Zentimeter zusätzliches Land für Indianergebiete mehr zulassen wolle.“ Es geht darum, den Amazonas Urwald wirtschaftlich zu nutzen. Bolsonaro unterstützt die Nutzung und Zerstörung des Regenwaldes, um weitere Ressourcen zu gewinnen wie Rohstoffe und Gold. Binnen Jahresfrist hat die die Abholzung des Amazonaswaldes um 88 % zugenommen. Und dies geschieht unter Missachtung der Rechte eingeborener Völker. Etwa 900.000 Menschen zählen in Brasilien zu indigenen Volksgruppen. Viele Experten die indigenen Völker als Hüter des Regenwaldes. Deren Rechte gilt es zu stärken. Der Amazonas-Regenwald ist der größte und wichtigste CO2-Speicher der Welt und Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Die Indigenen leben seit Jahrtausenden im Einklang mit der Natur: Diese Eigenschaft ist uns „Zivilisierten“ schon längst abhandengekommen.